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<title>Die Katze des Rabbiners</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Die Katze des Rabbiners</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Die Katze des Rabbiners</b> (Originaltitel: <i>Le Chat du rabbin</i>) ist eine <a href="Comic" title="Comic">Comic</a>-Reihe des französischen Zeichners <a href="Joann_Sfar" title="Joann Sfar">Joann Sfar</a>, der diese <a href="2001" title="2001">2001</a> begann. 2011 entstand ein gleichnamiger animierter Spielfilm.
</p><p>Das Werk hat sich in Frankreich bis Mitte 2006 bereits 450.000 Mal verkauft.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Der zweite Band, <i>Malka, der Herr der Löwen</i>, war 2003 auf dem <a href="Festival_International_de_la_Bande_Dessin%C3%A9e_d%E2%80%99Angoul%C3%AAme" title="Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême">Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême</a> als <i>Bestes Album</i> nominiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Handlung">Handlung</h2></div>
<p>Ein <a href="Sephardim" title="Sephardim">sephardischer</a> <a href="Rabbiner" title="Rabbiner">Rabbiner</a> lebt mit seiner Tochter Zlabya zu Beginn des 20. Jahrhunderts in <a href="Algier" title="Algier">Algier</a>. Eines Tages frisst der Kater der Tochter einen Papagei und erlangt dadurch dessen Fähigkeit, zu sprechen. Der Rabbiner will deshalb, dass die <a href="Hauskatze" title="Hauskatze">Katze</a> die <a href="Tora" title="Tora">Tora</a> studiert, um eine gute <a href="J%C3%BCdische_Religion" title="Jüdische Religion">jüdische</a> Katze zu werden. Diese besteht daraufhin auf einer <a href="Bar_Mizwa" class="mw-redirect" title="Bar Mizwa">Bar Mizwa</a>. Der Rabbiner des Rabbiners verbietet dies, nachdem die Katze ihn in ein theologisches Streitgespräch verwickelte. Der Rabbiner beschließt deshalb, die Katze selbst zu unterrichten und gibt sie schließlich der Tochter zurück.
</p><p>Die Katze, die als Kommentator der Geschichte fungiert, führt mit den Beteiligten Diskussionen, wie sie der <a href="Talmud" title="Talmud">Talmud</a> als Stilmittel zur Darstellung seiner Lehre verwendet. Sie stellt den Glauben nicht infrage, befindet sich aber als Tier in einem Spannungsfeld, das sie die Religion anders sehen lässt als die Menschen. Auch ist es ihr nun eher möglich als den Menschen, die Schwächen und Widersprüche der Anderen zu erkennen, da sie ihnen unauffällig folgen kann und deshalb sieht, dass ihre Worte und Taten sich manchmal widersprechen. Sie gelangt auf diese Weise Einblicke in die menschliche Seele, aber auch die Kraft des Glaubens und die Schwäche der Gläubigen.
</p><p>Der Rabbiner wird aufgefordert, ein Französisch-Diktat zu schreiben, um vom <a href="Consistoire_central_des_isra%C3%A9lites_fran%C3%A7ais" class="mw-redirect" title="Consistoire central des israélites français">israelitischen Rat Frankreichs</a> anerkannt zu werden. Seine Rechtschreibkenntnisse sind aber eher bescheiden, und als er in der Prüfung sitzt, ruft die Katze verbotenerweise Gottes Namen aus, um ihn um Unterstützung zu bitten. Daraufhin verliert sie die Fähigkeit, zu sprechen.
</p><p>Der Rabbiner bekommt Besuch von seinem Cousin Malka, der stets mit Gewehr und einem Löwen unterwegs ist. Anlässlich des Todes eines Gemeindemitgliedes kommt Besuch aus Frankreich, den der Rabbiner bei sich aufnimmt. Als er erfährt, dass der junge Mann selbst Rabbiner ist und eine neue Stelle übernehmen soll, macht er eine Reise, an deren Ende er erfährt, dass er das Diktat bestanden hat. Bei seiner Rückkehr allerdings stellt er fest, dass sein Gast um die Hand seiner Tochter bittet. Sie verlässt das Haus, der Rabbi und die Katze sind tief getroffen.
</p><p>Der Rabbiner begleitet seine Tochter und deren Mann nach der <a href="Hochzeit#Neuzeitliches_Judentum" title="Hochzeit">Hochzeit</a> nach Paris zu dessen Familie. Schon auf der Überfahrt von Algerien strapaziert der Rabbiner die Nerven des jungen Ehepaars, indem er das jüdische Leben in Frankreich herabwürdigt. Schließlich weigert er sich, das Haus des Vaters seines Schwiegersohnes zu betreten, weil dieser nicht religiös genug ist. Er läuft durch das verregnete Paris, bekommt kein Hotelzimmer und steht vor der verschlossenen <a href="Synagoge" title="Synagoge">Synagoge</a>. Schließlich übernachtet er auf einer Bank in einer <a href="Kirche_(Bauwerk)" title="Kirche (Bauwerk)">Kirche</a>, wo ihn die christlichen Symbole verängstigen. Als ihn der Hunger übermannt, geht er in ein Restaurant, in dem er gegen jede Regel für <a href="J%C3%BCdische_Speisegesetze" title="Jüdische Speisegesetze">koscheres</a> Essen verstößt. Er trifft seinen Neffen, der als Straßenkünstler überlebt und sich als Araber ausgibt. Bei ihm verbringt er einige Tage und entwickelt sogar für den Vater seines Schwiegersohnes Verständnis.
</p><p>Die Katze des Rabbiners ist in Band 4 aus dem regnerischen Paris nach Algerien zurückgekehrt. In „Das irdische Paradies“ zieht die Katze mit Malka und seinem Löwen durchs Land. Malka erweist sich nicht nur als findiger Geschichtenerzähler, sondern auch als großes Schlitzohr, wenn es darum geht, den Lebensunterhalt zu verdienen. Doch seine Tricks klappen nicht immer, und so gerät er in eine Sinnkrise. Und da der Löwe daran nicht ganz unschuldig ist, beschließt er, sich vom Leben zu verabschieden.
</p><p>In einer Holzkiste voller religiösen Schriften, die der Schwiegersohn des Rabbiners von der antisemitischen <a href="Kommunistische_Partei_der_Sowjetunion" title="Kommunistische Partei der Sowjetunion">kommunistischen Partei der Sowjetunion</a> erworben hat, ist ein russischer Maler als blinder Passagier nach Algier gelangt. Er ist auf der Suche nach einer legendären altisraelitischen Stadt namens „<a href="Lalibela" title="Lalibela">Jerusalem</a>“, die – so der <a href="KGB" title="KGB">sowjetische Geheimdienst</a> – im Herzen Schwarzafrikas die Jahrtausende überdauert haben soll. Der Rabbiner erklärt sich bereit, zusammen mit dem jungen russischen Künstler (und natürlich seiner Katze, die endlich die Sprache wieder findet) den afrikanischen Kontinent auf der Suche nach der Stadt zu durchreisen. Der Künstler gewinnt zwar auf der Reise eine Kellnerin als Lebensgefährtin, muss aber enttäuscht feststellen, dass die Stadt, die tatsächlich versteckt existiert, nicht gerade offen für Besucher anderer Hautfarbe ist.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bisher_erschienene_Teile">Bisher erschienene Teile</h2></div>
<ul><li>La Bar-Mitsva (2001), mit einem Vorwort von <a href="%C3%89liette_Ab%C3%A9cassis" title="Éliette Abécassis">Éliette Abécassis</a> (dt.: <i>Die Bar-Mizwa</i>, 2004)</li>
<li>Le Malka des lions (2002), Vorwort: <a href="Mohamed_Fellag" title="Mohamed Fellag">Mohamed Fellag</a> (dt.: <i>Malka, der Herr der Löwen</i>, 2004)</li>
<li>L’Exode (2003), Vorwort: <a href="Georges_Moustaki" title="Georges Moustaki">Georges Moustaki</a> (dt.: <i>Exodus</i>, 2004)</li>
<li>Le Paradis terrestre (2005), Vorwort: <a href="Jean_Giraud" title="Jean Giraud">Jean Giraud</a> (dt.: <i>Das irdische Paradies</i>, 2006)</li>
<li>Jérusalem d'Afrique (2006), Vorwort: Philippe Val (dt.: <i>Jerusalem in Afrika</i>, 2007)</li>
<li>Tu n'auras pas d'autre dieu que moi (2015) (dt.: <i>Du sollst neben mir keine anderen Götter haben, 2019</i>)</li>
<li>La Tour de Bab-El-Oued (2017) (dt.: <i>Der Turm von Bab-El-Oued, 2019</i>)</li>
<li>Petit panier aux amandes (2018) (dt.: <i>Das Mandelkörbchen, 2019</i>)</li>
<li>La reine de Shabbat (2019) (dt.: <i>Die Königin Sabbat</i>, 2022)</li>
<li>Rentrez chez vous! (2020) (dt.: <i>Geht zurück nach Hause!</i>, 2022)</li>
<li>La Bible pour les chats (2021) (dt.: <i>Die Bibel für Katzen, 2024)</i></li>
<li>La Traversée de la mer Noire (2023) (dt.: <i>Die Fahrt übers Schwarze Meer; 2024)</i></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verfilmung">Verfilmung</h2></div>
<p>Auf Basis mehrerer Teile entstand 2011 der preisgekrönte animierte Spielfilm <i>Le Chat du rabbin</i>, bei dem Joann Sfar gemeinsam mit Antoine Delesvaux die Regie übernahm. Als Sprecher für die französische Originalsynchronisation wurden u. a. François Morel (als Katze), <a href="Hafsia_Herzi" title="Hafsia Herzi">Hafsia Herzi</a> (Zlabya), <a href="Maurice_B%C3%A9nichou" title="Maurice Bénichou">Maurice Bénichou</a> (Rabbi), <a href="Mohamed_Fellag" title="Mohamed Fellag">Mohamed Fellag</a> (Scheich Sfar) sowie <a href="Jean-Pierre_Kalfon" title="Jean-Pierre Kalfon">Jean-Pierre Kalfon</a> (Malka, der Herr der Löwen) verpflichtet.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Elena Senft: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.mz.de/kultur/literatur-in-frankreich-sind-comics-nicht-immer-komisch-2792225"><i>In Frankreich sind Comics nicht immer komisch.</i></a> In: <i><a href="Mitteldeutsche_Zeitung" title="Mitteldeutsche Zeitung">Mitteldeutsche Zeitung</a>.</i> 17. August 2006,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 2. Juni 2021</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3ADie+Katze+des+Rabbiners&rft.title=In+Frankreich+sind+Comics+nicht+immer+komisch&rft.description=In+Frankreich+sind+Comics+nicht+immer+komisch&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.mz.de%2Fkultur%2Fliteratur-in-frankreich-sind-comics-nicht-immer-komisch-2792225&rft.creator=Elena+Senft"> </span></span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.joann-sfar.com/wpen/">Sfars Homepage</a> (fr./engl.)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.bdparadisio.com/Intervw/sfar/intsfar.htm">Interview mit dem Autor</a> (fr.)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.comicradioshow.com/Article2286.html">Rezension zur 4. Ausgabe</a> (dt.)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ugcdistribution.fr/film/le-chat-du-rabbin_146">Webpräsenz zum Film</a> (fr.)</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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